| Annotation |
Spannungsarme Romanadaption eines erfolgreichen Theaterstücks der Queen of Crime. (DR) Charles Osbornes Bearbeitung eines in den 50er Jahren im Westend uraufgeführten Kriminalstücks der überaus produktiven Agatha Christie bedient sich der klassischen Form des gewaltfreien Landhauskrimis: In einer nebeligen Novembernacht verunglückt ein Mann mit seinem Auto. Auf der Suche nach Hilfe gelangt der Fremde in ein abgelegenes Haus, wo er die mit einer Pistole bewaffnete, attraktive Laura Warwick bei der Leiche ihres an den Rollstuhl gefesselten Mannes Richard überrascht. Ohne zu zögern, hilft der unerwartete Besucher der geständigen Dame bei der Verschleierung der Tat und zimmert ihr ein hieb- und stichfestes Alibi. Doch der Schein trügt und der ermittelnde Inspektor hat alle Hände voll zu tun, um den wahrhaft Schuldigen zu ermitteln: Die sterbenskranke Mutter des Ermordeten, der geistig zurückgebliebene, unberechenbare Halbbruder des Toten, die undurchsichtige Krankenpflegerin, der heimliche Geliebte Lauras, ein rachsüchtiger Schotte, aber auch der mysteriöse Fremde, kommen als potentielle Mörder des alkoholkranken, allseits recht unbeliebten Mr. Warwick in Frage. Wie es sich für einen typischen ‚Cozy‘-Krimi gehört, steht die Frage nach dem ‚Whodunit – dem Aufspüren des Täters - im Vordergrund und dem Leser werden viele falsche Fährten gelegt. Bedauerlicherweise wirkt der Kriminalplot sehr konstruiert und die Lösung des Falles kommt für einen versierten Liebhaber des Genres keineswegs überraschend. Stellenweise liest sich diese Romanadaption wie eine Anhäufung von Regieanweisungen mit hölzern agierenden Protagonisten, wodurch der Suspense auf der Strecke bleibt. Ein schlagender Beweis dafür, dass ein gelungenes Theaterstück noch lange keinen fesselnden Roman ergibt. Nur für unerschütterliche Christie-Fans und bei Schlafstörungen zu empfehlen. *bn* Elisabeth Zehetmayer |